Vernissage zur Ausstellung


Verbunden durch Erde: Ein Abend zwischen Düsseldorf und Marrakesch

Was passiert, wenn junge Menschen aus Deutschland und Marokko gemeinsam anpacken, pflanzen, bauen und kreativ werden? Es entsteht mehr als nur ein Projekt – es entsteht eine Verbindung, die über Grenzen hinweg trägt.

Verbundene Welten: Wenn Erde zur Brücke wird

Was geschieht, wenn wir den Boden unter unseren Füßen nicht als Grenze, sondern als Verbindung begreifen? Diese Frage stand im Zentrum der Vernissage „A Connection through Soil“ am 23. April 2026 in der Düsseldorfer Galerie Voss.

Was als kleiner Jugendaustausch begann, ist zu einem künstlerischen Forschungsprojekt gewachsen – einer Spurensuche nach dem, was uns zusammenhält in einer Zeit, die von Trennungen geprägt ist. Zwei junge Menschen aus unserem Netzwerk reisten nach Marokko, arbeiteten mit dem Projekt Young Network Morocco–Germany zusammen. Sie kehrten nicht nur mit Eindrücken zurück, sondern mit einer künstlerischen Haltung: der Haltung, dass Herkunft kein Herkunftsort ist, sondern eine Beziehung – zum Boden, zum Wasser, zu den Menschen.

Die Ausstellung, die aus dieser Begegnung entstanden ist, erzählt vielschichtig von Umwelt, Identität und Verantwortung. Sie fragt nicht nur, wie wir gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft blicken können. Sie zeigt: Nachhaltigkeit beginnt im Verbundensein.

Ein Abend als Begegnungsraum

Die Vernissage war mehr als eine Eröffnung. Sie war ein temporäres Gefüge aus Menschen, Blicken und Geschichten. Hier wurde nicht nur Kunst betrachtet – hier wurde gespürt, wie Kultur wirkt, wenn sie sich nicht an nationalen Grenzen orientiert, sondern an gemeinsamen Fragen: Was bedeutet es, zu pflanzen, wo man nicht verwurzelt ist? Was teilen wir, wenn wir Erde in den Händen halten?

Die Kunst des Dazwischen

Die ausgestellten Arbeiten verschränken Perspektiven, Medien und Kontinente:

📸 Die Fotografien von Simon Kleefuss – sie dokumentieren nicht nur. Sie komponieren Begegnungen als Landschaften: Porträts, in denen sich die Atlasberge spiegeln, Momente gemeinsamen Arbeitens, die wie stille Abkommen wirken.

🎥 Die Videoinstallationen – sie öffnen Räume des Zwischen. In ihnen wird sichtbar, was Reisen eigentlich bedeutet: nicht Ankunft, sondern ständige Übersetzung zwischen Sprachen, Rhythmen, Böden.

🥽 Die immersiven VR-Erfahrungen – 4D-Aufnahmen, die Zuschauer*innen hineinziehen in eine Welt zwischen Düsseldorf und Marrakesch. Man steht plötzlich auf marokkanischer Erde, während der Rhein im Ohr rauscht. Eine Erfahrung, die das eigene Hier ins Wanken bringt – und genau darin liegt ihre Kraft.

Boden als politisches Gedächtnis

Die künstlerische Botschaft ist klar: Boden verbindet. Egal, ob am Rhein oder im Atlasgebirge – die Auseinandersetzung mit dem, was uns trägt, schafft ein gemeinsames Fundament. Doch dieser Boden ist kein romantischer Ort. Er ist Zeuge von Kolonialgeschichte, von Migration, von landwirtschaftlicher Ausbeutung und von Widerstand. Die Ausstellung scheut sich nicht, diese Schichten anzutasten. Sie fragt: Wem gehört die Erde? Und wie können wir sie teilen, ohne sie zu besitzen?

Genau hier liegt die gesellschaftliche Bedeutung: In einer Zeit, in der nationale Grenzen wieder hart gezogen werden, in der Migration kriminalisiert und Herkunft essentialisiert wird, setzt „A Connection through Soil“ ein Zeichen für Austausch, für geteilte Verantwortung – für eine Zukunft, die nur global denkbar ist.

Ein Dank an alle, die diesen Abend möglich gemacht haben

Für die starken Worte, die feinfühlige Kuratierung, die Unterstützung und das gemeinsame Bekenntnis zu einer Kunst, die nicht gefällt, sondern verbindet. Und für das leise Vertrauen, dass junge Menschen, wenn man ihnen Raum und Material gibt, mehr bauen als Ausstellungen – sie bauen Brücken.

 

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